Vita Joseph Beuys

Joseph Beuys – Leben und Werk

1921
Geburt am 12. Mai in Krefeld als Sohn des Kaufmanns Josef Jakob Beuys und dessen Frau Johanna Maria Margarete Beuys.

1932 – 41
Besuch des Staatlichen Gymnasiums Cleve mit Abschluss Abitur.

1941 – 45
Kriegsdienst bei der Luftwaffe.

1944
Am 16. März bei einem Einsatz über der Krim abgestürzt. Am 7. April konnte Beuys das mobile Militärlazarett wieder verlassen.

1946
Anschluss an den “Klever Künstlerbund”.

1946 – 53
Studium der Bildhauerei an der Staatlichen Kunstakademie in Düsseldorf bei Joseph Enseling, ab dem WS 1947 / 48 bei Ewald Mataré.

1951
Ernennung zum Meisterschüler durch Ewald Mataré.

1951 – 54
Gemeinsame, meist bildhauerische Arbeit mit Erwin Heerich im Meisterschüleratelier unter dem Dach der Kunstakademie.

1952
Für den “Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen” entsteht ein erstes Multiple unter dem Titel “Aschenbecher” in einer Auflage von 63 Exemplaren.

1953
Erste Einzelausstellungen im Haus der Brüder Hans und Franz Joseph van der Grinten und im Von der Heydt-Museum in Wuppertal.

1954 – 58
Erstes eigenes Atelier in Düsseldorf-Heerdt.

1955
Zunehmend Rückzug, Schwermut und Antriebslosigkeit als “Reaktion auf die mangelnde Kommunikationsbereitschaft des Freundeskreises bei der Vergewisserung des eigenen Anliegens” (Franz-Joachim Verspohl, Beuys, Joseph Heinrich, in: Allgemeines Künstlerlexikon (AKL), Bd. 10, 1995, S. 295f.).

1957
Aufenthalt auf dem Bauernhof der Familie van der Grinten in Kranenburg.

1958
Umzug nach Kleve. Bezug der Atelierräume im alten Kurhaus am Tiergarten.

1959
Am 19. September Heirat in der Doppelkirche Schwarzrheindorf mit Eva-Maria Wurmbach. Aus der Ehe gehen die beiden Kinder Wenzel (geb. 1961) und Jessyka (geb. 1964) hervor.

1961
Ernennung zum Professor für Bildhauerei an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf. Umzug in das Oberkasseler Atelier am Drakeplatz.

1961 – 72
In seiner Lehrtätigkeit zunehmend Abwendung von den klassischen Methoden der Bildhauerei. Entwicklung der Begriffe “erweiterter Kunstbegriff” und “soziale Plastik”.

1963
FESTUM FLUXORUM FLUXUS. Erste Aktionen.

1964
Teilnahme an der “documenta III”.

1965
Aktion “Wie man dem toten Hasen die Bilder erklärt” in der Galerie Schmela, Düsseldorf.
Erstes im Schellmann Werkverzeichnis der Auflagenobjekte und Druckgraphik erfasstes Multiple “Von Tod zu Tod und andere kleine Geschichten” entsteht in einer Auflage von 15 Exemplaren. Insgesamt folgen in den Jahren 1965 – 1986 weitere 556 Multiples.

1966
Beginn der “Ringgespräche” mit seinen Studenten.

1967
Einzelausstellung im Städtischen Museum Mönchengladbach.
Gründung der Deutschen Studentenpartei.

1968
Teilnahme an der “4. documenta”.
Anlässlich der “4. documenta” entsteht die erste Postkarte “Friedrichsplatz”. Insgesamt sind 428 Beuys-Postkarten aus den Jahren 1968 – 1986 im Katalog “wer nicht denken will fliegt raus”, Joseph Beuys Postkarten, Sammlung Neuhaus, erfasst.

1969
Teilnahme an der “experimenta 3″, Deutsche Akademie der Darstellenden Künste, Frankfurt, mit der Aktion “Iphigenie / Titus Andronicus”.

1971
Gründung der “Organisation für direkte Demokratie durch Volksabstimmung” mit Karl Fastabend und Johannes Stüttgen.

1972
Teilnahme an der “documenta 5″ mit dem Informationsbüro der “Organisation für direkte Demokratie durch Volksabstimmung”.

1972
Fristlose Kündigung der Professur durch den Wissenschaftsminister des Landes Nordrhein-Westfalen Johannes Rau. Die Abführung aus der Akademie nimmt Beuys zum Anlass für die Arbeit “Demokratie ist lustig”. Nach jahrelangem Rechtsstreit nimmt das Land Nordrhein-Westfalen 1978 die Kündigung zurück.

1973
Gründung des “Vereins zur Förderung einer Freien Internationalen Hochschule für Kreativität und Interdisziplinäre Forschung” mit Heinrich Böll und Klaus Staeck, später die “Free International University” (FIU).

1974
Im Januar erstmalige Reise in die USA. Auf Einladung des Galeristen Ronald Feldman zehntägige Vortragstour an den Kunsthochschulen in New York, Chicago und Minneapolis unter dem Titel “Energy Plan for the Western Man”.
Während dieser Reise am 14. Januar in Chicago spontane Produktion einer kurzen Filmsequenz unter dem Titel “DILLINGER. He was the gangster´s gangster”, in der Beuys vor dem alten Kino “Biograph” in Chicago den legendären Bankräuber Dillinger spielt.
Im Mai Reise nach New York zur Eröffnung der Galerie René Block. Die Aktion “I like America and America likes Me”, in der er am Flughafen in Filz eingewickelt und mit einem Ambulanzwagen zur Galerie gefahren wird, um dort mehrere Tage isoliert mit einem Kojoten zu verbringen, stellt den Startschuss für Beuys´ internationalen Durchbruch dar.
In den Abruzzen erste Diskussion “Incontro con Beuys”, Ausgangspunkt für den späteren wichtigen Themenbereich “Difesa della Natura”.

1975
Multiple “Bruno Corà-Tee”, Kräutertee in einer Coca-Cola-Flasche. Dieses Multiple war der Anlass für den späteren Auftrag der Coca-Cola GmbH zur Gestaltung eines Kalenderblatts.

1976
Teilnahme an der 37. Biennale in Venedig mit der Installation “Straßenbahnhaltestelle / Tram Stop / Fermata del Tram, 1961 – 1976, A Monument to the Future”. Bei der Bundestagswahl Direktkandidat der AUD (Aktionsgemeinschaft Unabhängiger Deutscher).

1976 – 84
Fortwährende vorbereitende Veranstaltungen und Aktionen in den Abruzzen zum Thema der landwirtschaftlichen Erneuerung, die 1982 zu der berühmten Aktion “Difesa della Natura” führen. Am 13. Mai 1984 Ehrenbürgerschaft der Stadt Bolognano.

1977
Teilnahme an der “documenta 6″ mit der Installation “Honigpumpe am Arbeitsplatz 1974 – 1977″, Untertitel “100 Tage Freie Internationale Hochschule für Kreativität und interdisziplinäre Forschung”.

1978
Teilnahme am Gründungskongress der Grünen. Multiple “Sandzeichnungen”. Zusammenarbeit mit dem Düsseldorfer Kunstszene-Fotografen Charles Wilp.

1979
Erstes Treffen mit Andy Warhol in Düsseldorf. Große Retrospektive im Solomon R. Guggenheim Museum, New York.
Zusammen mit Petra Kelly Spitzenkandidat der Grünen bei der Europawahl.

1980
Teilnahme am Gründungsparteitag der Grünen in Karlsruhe.
Direktkandidat für den Wahlkreis Düsseldorf Nord.
Eröffnung der “Freien Internationalen Universität” im Raum 3 der Kunstakademie Düsseldorf.
Teilnahme an der 39. Biennale in Venedig mit der Installation “DAS KAPITAL RAUM 1970 – 1977″.

1982
Teilnahme an der “documenta 7″ mit dem Projekt “7000 Eichen – Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung”. Den letzten Baum zu dieser Aktion pflanzt Beuys´ Sohn Wenzel posthum zur “documenta 8″ am 12. Juni 1987.
Produktion des Musikvideos “Sonne statt Reagan”. Präsentation u. a. in der Fernsehshow “Bananas” und vor 300.000 Friedensdemonstranten in Bonn.

1983
Beendigung des partei-politischen Engagements. Rückzug der Bundestags-Kandidatur für die Grünen.

1983 / 84
Aktion “Das Orwell-Bein – Hose für das 21. Jahrhundert” in der Silvesternacht 1983 / 84 im Centre Pompidou, Paris.

1984
Beuys im Whiskey-Werbespot für das japanische Fernsehen.

1986
Am 12. Januar hält Beuys anlässlich der Verleihung des Wilhelm Lehmbruck-Preises der Stadt Duisburg seine letzte Rede.
Am 23. Januar stirbt Joseph Beuys in Düsseldorf.